Pressemitteilung vom Donnerstag, 10. Juli 2008
Der Mythos von der Atomenergie als Klimaretter
Der Kreisverband Emmendingen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat längeren Laufzeiten oder dem Neubau von Atomkraftwerken eine klare Absage erteilt. Der Kreisvorsitzende der Grünen Alexander Schoch erklärte: "Wer heute in das Horn der Atomkraft bläst, hat überhaupt keine Antworten für die Gestaltung der Zukunft". Die "Dinosaurier-Technologie Atomkraft" könne heute durch Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung ersetzt werden.
Wir können den steigenden Energiekosten nicht durch Subventionierung von Mehrverbrauch begegnen. Das wäre ökonomisch und vor allem klimapolitisch kontraproduktiv. Die Preise für Öl, Gas und Strom werden in den kommenden Jahren weiter ansteigen, da gibt es kein Vertun. Wir müssen dazu beitragen, dass steigende Preise nicht automatisch zu steigenden Kosten führen, indem wir das Einsparen von Energie und die Energieeffizienz massiv vorantreiben. Sozial ist, was Energie einsparen hilft. Die Bundesregierung springt da mit ihrem Integrierten Energie- und Klimapaket viel zu kurz. Die Haupteinsparpotentiale liegen in der Altbausanierung. Dort Investitionsanreize zu schaffen spart Geld, hilft dem Handwerk und ist klimapolitisch vernünftig.
Für die ablehnende Position der Grünen zur Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern oder dem Bau von neuen nannte Schoch vier Gründe:
1. "Wer heute längere Laufzeiten oder neue Atomkraftwerke fordert, der muss auch die Frage nach der sicheren Endlagerung beantworten", so die Grünen. Für den hochradioaktiven Atommüll, der noch über Jahrtausende strahlen werde, gibt es noch immer kein sicheres Endlager. Das Atomlager Asse II in Niedersachsen "säuft gerade ab", so Alexander Schoch.
2. "Man kann doch nicht den Beelzebub Klimawandel mit dem Teufel Atomkraft vertreiben", kritisierte Schoch. Schließlich sei Atomenergie "brandgefährlich". Ein "dringendes Gebot der Vernunft" sei jetzt alte Strommeiler abzustellen und die Restrommengen auf neue Meiler zu übertragen.
3. Die Behauptung der Union, durch eine Verlängerung der Laufzeiten sei die Senkung der Stromkosten möglich, bezeichnete Schoch als "völliger Blödsinn". Da die deutschen Atomkraftwerke bereits abgeschrieben seien, würden die Betreiber "astronomische Summen einstreichen". Ging es also um billigeren Strom für die Verbraucherinnen und Verbraucher, sei dies jetzt schon möglich.
4. Schoch kritisierte weiter, dass in der Debatte vor allem die Gefahr durch den Terrorismus zu kurz komme. Zum einen könnten deutsche Atommeiler Ziel terroristischer Anschläge werden, zum anderen entstünden durch die Weitergabe von waffenfähigem Uran neue Sicherheitsrisiken.
Es ist also ein Mythos, so Alexander Schoch, zu glauben, die Atomenergie könnte zum Klimaretter avancieren.