Pressemitteilung vom Montag, 3. August 2009
Grünen-Abgeordnete diskutieren über Präventionspolitik
Gesundheitspolitische Sprecherin Biggi Bender MdB zu Gast in Emmendingen
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Biggi Bender MdB, war auf Einladung des örtlichen Grünen-Bundestagsabgeordneten Alexander Bonde (Emmendingen-Lahr) zu Gast bei der Jugend- und Drogenberatung emma in Emmendingen. Die beiden Grünen-Abgeordneten informierten sich vor Ort über die Einrichtung und diskutierten in einer Gesprächsrunde mit der Leiterin Lioba Sieron, Dipl. Sozialarbeiter Martin Fischer, Dipl. Sozialpädagoge Matthias Locher und der Kreisvorsitzenden der Grünen, Renate Hund über Präventionspolitik.
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Die Jugend- und Drogenberatungsstelle emma, erläuterte Sieron, sei eine Einrichtung des AGJ Fachverbandes für Prävention und Rehabilation in der Erdiözese Freiburg e.V. „Die Einrichtung deckt den gesamten Landkreis Emmendingen ab und hilft Menschen, die Drogen konsumieren oder abhängig sind sowie Bezugspersonen wie Angehörige, FreundInnen, ArbeitskollegInnen etc. und Interessierten, die beruflich oder privat Fragen zu Drogen, Konsum und Abhängigkeit haben,“ erklärte Sieron. Ziel sei es, den Menschen bei der Veränderung und Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit soweit zu unterstützen, dass sie ein zufriedenes Leben führen können.
Ein besonderes Anliegen waren der ehemaligen Landesvorsitzenden der Grünen in Baden-Württemberg und Gesundheitsexpertin, Biggi Bender, die Präventionsmaßnahmen für Jugendliche. „Die verschiedenen Präventionsmaßnahmen, gerade bei Schülerinnen und Schülern, nehmen mittlerweile einen großen Teil der Arbeit ein und die diversen Angebote an die Schulen, Betriebe und Jugendeinrichtungen werden erfreulicherweise sehr gut angenommen“, erläuterten die drei hauptamtlichen MitarbeiterInnen.
Im Gegensatz zur Konsumrealität suchen erheblich mehr Eltern von Jugendlichen mit einer Cannabisproblematik oder diese selbst die Beratungsstelle auf als mit Problemen durch Alkoholkonsum. Erfreulicherweise wurde in der letzten Zeit die Öffentlichkeit, nicht zuletzt durch die vielen Debatten zum Thema „Komasaufen“, gegenüber Alkohol stärker sensibilisiert. Vor allem die Vereine und Geschäfte geben jetzt nicht mehr so leichtfertig Alkohol an Jugendliche aus. Auf der anderen Seite besteht die Diskrepanz, dass Alkoholkonsum im alltäglichen Gesellschaftsleben etwas völlig Normales ist. So verkaufen beispielsweise Schulklassen bei Basaren oder Schulfesten nachwievor Glühwein und bei Vereinsfesten wird mit dem Ausschank von Alkohol immer noch am meisten Geld verdient. Die Schwelle zwischen legal und illegal ist da leider ziemlich gering. Und auch wenn sich durch das Nichtraucherschutzgesetz und den Debatten zum „Komasaufen“ doch einiges getan hat und zumindest ein kleiner Sinneswandel stattfindet, so ist der Alkohol und das Rauchen leider immer noch eine gefährliche Einstiegsdroge für die jungen Menschen.
Ein weiteres Thema und Anliegen der Einrichtungsleiterin Sieron waren die zahlreichen bundesweit aufgelegten Projekte, die teilweise eher kontraproduktive Auswirkungen auf die regionalen Bratungsstellen hätten.
Die beiden Grünen-Abgeordneten stimmten dem zu: „Suchtprävention ist die Aufgabe von den Bundesländern und den Kommunen, die zahlreichen bundesweit aufgelegten Projekte sind da nicht immer zielführend“, so Bender. Durch zuviele Projekte entstünden für die herkömmlichen Beratungsstellen wie emma eher finanzielle Nachteile und zusätzliche Arbeit.