Pressemitteilung vom Freitag, 9. Mai 2008
Grüne im Kreis Emmendingen fordern „Brot statt Sprit“
Dazu erklärt der Kreisvorsitzende Alexander Schoch:
"Nachhaltige Landwirtschaft kann die Welt ernähren, aber nicht unsere Autos betanken.
Bündnis 90 / Die Grünen hatten bereits 2006 darauf aufmerksam gemacht, dass die Subventionierung des Anbaus von Energiepflanzen Probleme bei der Nahrungsmittelproduktion verursachen würde. Steigende Mineralölpreise und der Klimawandel haben den Anbau von Energiepflanzen zur Erzeugung von Treibstoffen sprunghaft wachsen lassen. In den USA, der EU, Brasilien und weiten Teilen Asiens werden zur Zeit Milliardenbeträge in den Anbau und die Verarbeitung von Mais, Soja, Zuckerrohr und Palmöl mit Hilfe staatlicher Subventionen investiert, um Ethanol und Pflanzendiesel für Kraftfahrzeuge herzustellen."Der starke Anstieg der Rohölpreise habe die Suche nach alternativen Energiequellen forciert. Den Bauern würde von der Treibstoffindustrie eingeredet, ihre Zukunft läge vor allem im Anbau von Energiepflanzen für Ethanol und Biodiesel.
Erwartet wird hierdurch ein Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgase. Renommierte Wissenschaftler wie Lester Brown vom Earth Policy Institute der USA und Umweltorganisationen warnen zurecht vor dem Sieg der Treibstoffe über die Lebensmittel und vor dem Abholzen der Regenwälder zur Erzeugung von grünem Benzin.
Diese Euphorie um pflanzliche Treibstoffe stelle, so Schoch weiter, eine Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit. Wenn man Getreide nicht mehr zu Nahrungsmitteln, sondern zu Energie verarbeite, steigt der Preis für Lebensmittel weltweit."Lebensmittel dagegen sind am Markt immer weniger wert, weil die international aufgestellte Lebensmittelindustrie die Preise nach unten drücken kann und am meisten von staatlichen Subventionen profitiert. Pflanzenöle sind im Supermarkt oft billiger als der Sprit an der Tankstelle. Es ist vielfach rentabler, Getreide zu verbrennen, als damit Brot zu backen oder Nutztiere zu füttern. Die Euphorie um pflanzliche Treibstoffe gefährdet die Ernährungssicherheit und wird Konflikte provozieren", so Alexander Schoch.