Pressemitteilung vom Freitag, 19. September 2008

Kreisgrüne erklären sich solidarisch

...mit den Beschäftigten in den CallCentern der Telekom, die bundesweit von Standortschließungen bedroht sind

Der Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen Emmendingen erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten in den CallCentern der Telekom. Die Telekom hat beschlossen, bundesweit ihre 83 CallCenter in 63 Städten auf 24 Standorte zu reduzieren. Ohne soziale Verantwortung holt die Telekom zum radikalen Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten aus. So ist das CallCenter in Freiburg mit 180 Beschäftigten von der Schließung bedroht. In diesem CallCenter arbeiten auch viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Emmendigen.

"Die Politik ist endlich gefordert Fehlentwicklungen der Privatisierungspolitik zu regulieren. Sei es bei der Bahn, der Post oder jetzt bei der Telekom, in all diesen Unternehmen, die auch den Auftrag haben, die Bürgerinnen und Bürger mit Dienstleistungen zu versorgen, wird die Dienstleistungsqualität verschlechtert und Beschäftigte gekündigt. Verbeamtete Mitarbeiter dieser Unternehmen werden von der Arbeit freigestellt unter Fortbezahlung der Bezüge oder werden in den Vorruhestand gezwungen. Hier wird auf Kosten der Allgemeinheit ein extremer volkswirtschaftlicher Schaden verursacht. Dies ist nach Auffassung des Kreisverbandes nicht mehr hinnehmbar", kritisiert der Kreisvorsitzende Alexander Schoch.

Das Ergebnis sei eine Konzentration an wenigen Standorten und insbesondere der Rückzug aus den ländlichen Gebieten. Für diese Beschäftigten mag es wie Hohn klingen, wenn der Telekom Vorstand von einer sozialverträglichen Umsetzung auf Ersatzarbeitsplätze spricht. 60% der Betroffenen seien Frauen, die zu einem hohen Anteil teilzeitbeschäftigt sind. Diese Beschäftigte könnten oft aufgrund ihrer familiären Verantwortung und Verpflichtungen die mobilen Anforderungen auf die in Aussicht gestellten Ersatzarbeitsplätze gar nicht antreten. Schon heute sei es für viele dieser Beschäftigten eine Herausforderung, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren.

"In einem Betrieb mit Arbeitszeiten von 7.00 Uhr bis 22.00 Uhr, einschließlich Samstag und Sonntag, gibt es keinen zusätzlichen Spielraum, Wegezeiten von 150 km oder vier Stunden am Tag in Kauf zu nehmen. Der Vorstand der Telekom trifft mit seiner Entscheidung nicht nur die Beschäftigten, auch die Familien mit Kindern und die Angehörigen müssen darunter leiden.

Es ist offenkundig, dass die Telekom versucht, auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zu Lasten der Allgemeinheit einen radikalen Arbeitsplatzabbau voranzutreiben. Der Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen unterstützt die Beschäftigten der Telekom. Er fordert die Bundesregierung auf, die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den CallCentern zu vertreten und auf den Erhalt der Standorte bei Telekom hinzuwirken", so Schoch weiter.


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