Badische Zeitung vom Donnerstag, 15. Mai 2008

Mit einem Energiemix in die Zukunft

Grünen-Thema: Referenten zuversichtlich, dass regenerative Energien Atomkraft ersetzen können

Von BZ-Mitarbeiter Jonas Nonnenmann

KREIS EMMENDINGEN. "Der Atomausstieg ist machbar": Unter diesem Motto referierten drei Experten im Emmendinger "Kartoffelhof" über Chancen, Risiken und Entwicklungen regenerativer Energien in der Region. Organisiert wurde der Abend vom Kreisverband der Grünen.

Laut Michael Bauer vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau sind die Bedingungen für Geothermie in Baden besonders gut. "Bei 100 Meter Tiefe gibt es hier schon einen Temperaturanstieg von vier bis fünf Grad", so Bauer. Auch aus diesem Grund werde die oberflächige Geothermie in und um Emmendingen bereits zahlreich genutzt, sagte er. Auch für Privathaushalte amortisiere sich die Investition "nach einer bestimmten Zeit".

Auf die Chancen und Risiken der Windenergie kam Josef Pesch zu sprechen. Als Vorteil strich er vor allem deren hohe Erträge hervor. "Mit zwei Windrädern kann man den Verbrauch ganz Emmendingens decken, die Gewerbegebiete ausgenommen", sagte er. Zu Windrädern, die im Meer installiert werden, äußerte sich der Geschäftsführer der Freiburger Fesa GmbH allerdings kritisch. Er könne die im Vergleich zu den Windrädern an Land hohen Zuschüsse für Offshoreanlagen nicht nachvollziehen. Ärgerlich sei, dass selbst in den USA der mit Windrädern erzeugte Strom höher vergütet werde als in Deutschland. Trotzdem zeigte Pesch sich optimistisch. "100 Prozent erneuerbare Energien sind möglich". Wer etwas anderes behaupte, der habe keine Ahnung oder arbeite für einen Energiekonzern. Er kritisierte die Landesregierung, die "mit Lösungsansätzen aus der Vergangenheit die Probleme der Zukunft" lösen wolle.

Oskar Kreuz besitzt mehrere Wasserkraftanlagen und erzeugt Strom für rund 1200 Haushalte. Er widersprach er der Befürchtung, dass seine Anlagen für Fische gefährlich seien.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom Grünen-Kreisrat Alexander Schoch. Einigkeit herrschte darüber, dass nicht eine einzige Energiequelle, sondern ein Energiemix das Ziel sein müsse.


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