Schreiben vom Montag, 26. Oktober 2009

Verringerung der Quecksilberbelastung im Landkreis Emmendingen durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung

Antrag der Grünen-Kreisräte an den Landrat des Kreises Emmendingen

>>>was aus dem Antrag wurde...

Sehr geehrter Herr Hurth,
sehr geehrter Herr Stecher,
ganz herzlichen Dank für die umfassende Beantwortung unserer Anfrage zum Thema Energiesparlampenentsorgung und zur anlaufenden Informationskampagne im Kreis zu diesem wichtigen Thema.

Wir stellen hiermit einen Antrag zur Verringerung der Quecksilberbelastung im Landkreis Emmendingen durch Optimierung der Energiesparlampenentsorgung und wollen diesen auch nochmals kurz begründen.

Das von der EU beschlossene Ende der energiefressenden Normal-Glühbirnen bringt energetisch große Vorteile und wird darum auch von uns begrüßt. Ein Nachteil der Energiesparlampen wird allerdings bislang unterschätzt. Nicht allen NutzerInnen der neuen Lampen ist bewusst, dass diese Quecksilber und andere giftige Substanzen enthalten und daher unbedingt als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die Mehrzahl der Energiesparlampen wandern auch im Landkreis Emmendingen schlicht in die normale Mülltonne, zerbrechen im Müllfahrzeug oder in der ZAK-Anlage auf dem Kahlenberg. Wir gehen davon aus, dass auch für die Kreisverwaltung neben der Energieeinsparung die Entgiftung der Umwelt und der Schutz der MüllwerkerInnen eine wichtige umweltpolitische Aufgabe ist.

Die aktuelle Informationskampagne und die Abgabemöglichkeit über das Schadstoffmobil begrüßen wir. Dennoch werden vermutlich nur die umweltbewußten BürgerInnen ihre Energiesparlampen ein halbes Jahr aufbewaren und zum Schadstoffmobil bringen. Optimal wäre eine Rückgabemöglichkeit bei den gut angenommenen Recyclinghöfen des Landkreises.

Bisher werden Energiesparlampen leider nicht entgegen genommen. Der Hinweis der Verwaltung auf das Gefährdungspotenzial bei Glasbruch auf den Recyclinghöfen ist nur begrenzt stichhaltig. Glasbruch lässt sich auf den gut geführten Recyclinghöfen wohl eher ausschließen als in den Müllfahrzeugen.

(Wir könnten natürlich auch die Müllfahrzeuge immer eine viertel Stunde stehen lassen um zu diese beim Bruch einer Energiesparlampe zu „lüften“. In Haushalten gibt es ja eine solche Empfehlung bei Lampenbruch... Diese nicht ganz ernst gemeinte Ergänzung zeigt ein wenig das Problem auf)

Die GRÜNE Kreistagsfraktion ist der Meinung, dass wir erst einmal prüfen sollten, wie wir die Firmen, die am Verkauf von Energiesparlampen verdienen, und die bisher ein eher erbärmliches Recyclingsystem aufgebaut haben, an den anfallenden Kosten für eine umweltfreundliche Entsorgung beteiligen können. Nur wenn dies scheitert, müssen wir prüfen, ob der Kreis mit eigenen Mitteln dieser wichtigen umweltpolitischen Aufgabe nachkommt.

Darum beantragen wir:
1. Die Retourlogistikfirma Lightcycle der Lampenhersteller auf die bestehenden Entsorgungsmöglichkeiten im Kreis hinzuweisen, damit zumindest diese in der Lightcycle-Homepage aufgeführt werden.
2. Die Retourlogistikfirma Lightcycle aufzufordern, auf eigene Kosten Sammelstellen im Kreis einzurichten oder die anfallenden Kosten bei einer Sammlung auf unseren Recyclinghöfen zu übernehmen.
3. Sollte Lightcycle sich weigern, die Kosten zu übernehmen, so bitten wir um einen Kostenvoranschlag, was die Einführung eines solchen Systems auf einem oder mehreren Recyclinghöfen kosten würde.
4. Wir fordern die Kreisverwaltung auf, die Umweltministerien in Bund und Land auf das Entsorgungsproblem aufmerksam zu machen und zu drängen Lösungen zu finden und Abhilfe zu schaffen.

Wir bitten um eine schriftliche Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
für die Fraktion

Axel Mayer

>>>die Anfrage der Kreistagsfraktion zum Thema...

>>>die Pressemitteilung der Fraktion zum Thema...


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