Pressemitteilung vom Freitag, 05. März 2010
Frauenarmut wirksam bekämpfen
Internationaler Frauentag am 8. März 2010
Frauen sind besonders von Armut betroffen. Dazu trägt nicht nur der große Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bei, der in Deutschland bei ca. 22% weit über dem EU-Durchschnitt von 17% liegt. Hinzu kommt, dass Frauen in den unteren Lohngruppen stark vertreten sind. Oder sie arbeiten in typischen Frauendomänen wie dem Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen, in dem sie immer mehr Arbeiten in Form von 400€-Jobs erledigen. Eine höhere Armutsgefährdung haben Frauen, die auf das überkommene Rollenmodell des männlichen Alleinernährers setzen. Sie bewältigen den Großteil der Haus- und Erziehungsarbeit, stecken beruflich zurück und stehen dann mit leeren Händen da, wenn die Partnerschaft in die Brüche geht.
Beim Internationalen Frauentag am 8. März wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf den gesellschaftlichen Missstand der Frauenarmut aufmerksam machen. Dazu erklären die Kreisvorsitzende der Grünen, Renate Hund und die Sprecherin der Landesarbeitsgruppe FrauenPolitik von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg, Dr. Susanne Wienecke:
„Wir brauchen endlich eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen, unabhängig vom Familienstand oder auch Partnereinkommen. Damit Frauen selbst bestimmt ihr Leben gestalten können, müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verbessert werden. So wird die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit mit der zeitlichen Anforderung, die das Leben mit Kindern stellt, erst erreicht sein, wenn in den Städten wie im ländlichen Raum ausreichend Kinderbetreuungsplätze und ein umfassendes Ganztagsschulangebot bestehen. Davon sind wir in Baden-Württemberg weit entfernt. Wir fordern einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro, damit die Menschen wieder von ihrer Arbeit leben können. Der Schutz vor Lohndumping im Niedriglohnbereich, käme insbesondere Frauen zugute, die hier vorwiegend beschäftigt sind. Auch von unserem Grünen Progressiv-Modell, das die Sozialbeiträge für Geringverdiener senkt und erst ab 2000 Euro voll greift, würden gerade Frauen profitieren. Der Hartz-IV-Satz muss auf 420 Euro erhöht werden. Damit wäre vielen Frauen geholfen, deren Rückkehr in den Arbeitsmarkt sich wegen der mangelnden gesellschaftlichen Unterstützung bei der Betreuung von Kindern verzögert. Die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung geht gegenwärtig genau in die entgegengesetzte Richtung: Für Steuergeschenke dürfen die Kommunen bluten. Sie werden die Nutzung von Turnhallen, Schwimmbäder und Bibliotheken einschränken, teurer machen oder sogar schließen müssen. Ob die Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab 2013 realisieren werden, ist deshalb offen – wieder einmal zum Nachteil der eigenständigen Existenzsicherung von Frauen.“
Frauenarmut muss wirksam bekämpft werden. Darauf machen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit vielfältigen Aktionen am Internationalen Frauentag aufmerksam. In Karlsruhe werden beispielsweise die Grünen wieder mit dem frauenpolitischen Bündnis auf dem Marktplatz präsent sein und sich auch am Demonstrationszug gegen Hartz IV beteiligen. Damit setzen die Grünen Frauen in Karlsruhe an diesem 8. März ein deutliches Zeichen für Frauensolidarität. Die Grünen Frauen im Landkreis Emmendingen laden am Montag, den 8. März 2010, zur frauenpolitischen Runde um 18:30 Uhr in den Fuchsen nach Emmendingen ein. Von dort ist es ein kurzer Weg in das Alte Rathaus, wo die SPD den jährlichen Frauenpreis vergibt.