Pressemitteilung vom Freitag, 9. Mai 2008
Massensterben von Honigbienen erfordert Neuausrichtung der Agrarpolitik
Bonde: Fall muss schnell aufgeklärt und Imker unterstützt werden
Die Existenz der Imker in weiten Teilen Baden-Württembergs ist stark gefährdet. Grund ist der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und hochgiftiger Agrarchemikalien. Seit einer Woche kommt es dabei im aktuellen Fall entlang der Rheinschiene zu einem Massensterben von Honigbienen. Der grüne Bundestagsabgeordnete Alexander Bonde (Emmendingen-Lahr) fordert eine schnelle Aufklärung und eine Neuausrichtung in der Agrarpolitik:
"Solange auch nur die geringste Spur eines Verdachts besteht, dass das mit dem hochtoxischen Nervengift Clothianidin gebeizte Maissaatgut für das Massenstreben von Honigbienenvölkern verantwortlich ist, muss umgehend gehandelt und der Einsatz des Mittels gestoppt werden. Die grüne Bundestagsfraktion hat diesbezüglich im Agrarausschuss einen ausführlichen Bericht angefordert, um den Fall schnellstmöglich aufzuklären".
Vieles weißt darauf hin, dass der Grund des Massensterbens in dem Einsatz des Pestizids Poncho Pro bzw. dessen Wirkstoff Clothianidin liegt. Dieses Mittel wird derzeit erstmalig zur Beizung des Maissaatgutes eingesetzt. Die Verbreitung des hochtoxischen Mittels erfolgt bei der Aussaat und verbreitet das Gift in einer Feinstaubwolke auch auf benachbarte Pflanzen wie zum Beispiel Raps. Die Bienen sammeln den kontaminierten Blütenstaub und Nektar und tragen das tödliche Gift in das Bienenvolk.
"Der aktuelle Fall zeigt auf dramatische Weise die negativen Auswirkungen der industriealiserten Landwirtschaft auf unsere Umwelt und macht deutlich, dass eine radikale Umkehr in der Argrapolitik unumgänglich ist," so der grüne Abgeordnete und Berichterstatter für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft im Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages weiter.