Pressemitteilung vom Freitag, 19. September 2008
Bonde fordert Weiterführung der Integrativen Waldorfschule
Brief an Kultusminister Rau
Der südbadische Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde (Emmendingen-Lahr) setzt sich für die Weiterführung der Integrativen Waldorfschule in Emmendingen und die Aufnahme der vier Freiburger Schüler mit Behinderungen in die erste Klasse ein. Den vier Schülern war vom Schulamt die Anmeldung in Emmendingen verweigert worden.
In einem Brief an Kultusminister Helmut Rau kritisiert Bonde das Vorgehen des Kultusministeriums im Falle der Integrativen Waldorfschule scharf und appeliert an den Minister, der Schule das Konzept eines gemeinsamen Lernens von behinderten und nicht behinderten Kindern und einer individuellen und gezielten Förderung auch weiterhin zu genehmigen. "Es darf doch nicht sein, dass ein in der gesamten Region anerkanntes, erfolgreiches und unverzichtbares Projekt des gemeinsamen Unterrichts aus nahezu unerfindlichen Gründen gestoppt werden soll und die Leidtragenden dabei die Eltern behinderter Kinder sind. Es ist ein Armutszeugnis für unser Kultusministerium, dass Eltern, wie aktuell den vier Eltern aus der Region Freiburg, das Recht auf freie Schulwahl genommen wird und sie ihre behinderten Kinder nicht in Emmendingen anmelden dürfen. In diesem Falle wurde das Integrative Modell für die behinderten Kinder sogar noch im Juli vom Schulamt als optimal gewürdigt, während dasselbe Amt nun plötzlich erklärt, dass Eltern behinderter Kinder keine freie Schulwahl haben", so der grüne Bundestagsabgeordnete in seinem Brief an Rau.
Bonde stehe ich schon seit längerer Zeit in Kontakt mit der Integrativen Waldorfschule Emmendingen und konnte sich bei Besuchen vor Ort von der hervorragenden integrativen Arbeit der Schule überzeugen. Das Konzept eines gemeinsamen Lernens behinderter und nicht behinderter Kinder habe sich in Emmendingen äußerst erfolgreich entwickelt und bestätigt. Dass das Schulamt nach 13-jähriger erfolgreicher Laufzeit nun auf eine Beendigung dieses Modellversuchs beharrt und stattdessen die Integration behinderter Kinder nur noch dann erlaubt, wenn die Schulen eine Sonderschule für Geistigbehinderte unter ihrem Dach gründen, sei für Bonde absolut unverständlich:
"Dies ist bei einer so kleinen Schule wie in Emmendingen aus mehreren Gründen absolut indiskutabel. Zum einen ist es ja gerade der erklärte Wunsch der Eltern und der Schule, dass die Kinder als Kinder der Waldorfschule aufgenommen werden und dann entsprechend ihres Bedarfs sonderpädagogische Unterstützung erhalten. Zum anderen hat eine Außenstellenlösung auch finanzielle Auswirkungen, da die Kommunen und Kreise in diesem Falle nur verpflichtet sind, die Schülerbeförderung bis zur nächst gelegenen Sonderschule zu finanzieren. Die Landratsämter haben wohl auch bereits signalisiert, die Fahrtkosten und Integrationshilfen zu streichen", so Bonde.Er fordere den Kultusminister auf, solche Verhältnisse nicht zuzulassen und zumindest die Fortsetzung des Integrativen Schulprojekts einschließlich der Aufnahme der 4 Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen in die erste Klasse zu genehmigen, bis eine einvernehmliche Lösung mit der Schule erreicht ist. Die Integrative Walldorfschule in Emmendingen und ihr vorbildliches Modell müsse auch in Zukunft bestehen bleiben und Eltern und Schule brauchen eine schnelle Planungssicherheit.