Pressemitteilung vom Dienstag, 12. Mai 2009
Für faire Milchpreise
Der Kreisverband von Bündnis 90 / Die Grünen kritisiert CDU im Kreis und setzt auf faire Milchpreise, auf eine vielfältige und attraktive Landschaft und eine Heimat mit möglichst vielen Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft.
Die Grünen des Landkreises kritisieren die Doppelbödigkeit der CDU. Vor Ort wird bei Aldi demonstriert und in der der Bundesratssitzung am 7.11.2008 stimmte die Landesregierung gegen eine Begrenzung der Milchmengen auf EU-Ebene und damit gegen die Stabilisierung eines fairen Milchpreises. "Der Preis für unsere Landwirte lag 2008 bei rund 40 Cent je Liter konventionell erzeugter Milch. Im Augenblick zahlen die Molkereien für konventionelle Milch erhalten 25 Cent oder weniger. Landwirtschaftsminister Peter Hauk setzt auf Wettbewerb im globalen Markt, sogar auf Milchexporte. Die Milcherzeuger in Neuseeland, die wie in Deutschland rund 13 Millionen Liter Milch je Jahr erzeugen, erhalten 17 Cent je Liter. Dagegen können und sollen unsere Milchbauern nicht konkurrieren", kritisiert der Kreisvorsitzende Alexander Schoch.
Einzelne Kritikpunkte der Kreisgrünen:
· die wirtschaftliche Lage der Milchbauern hat sich trotz der Versprechungen der Bundes- und der Landesregierung nicht verbessert - sondern im Gegenteil;
· die Erholung des Milchpreises infolge des Milchstreiks und die Zusagen der Lebensmittelkonzerne waren nur von kurzer Dauer;
· insbesondere kleine und mittlere Betriebe produzieren unterhalb der Kostendeckung;
· der Beschluss der EU-Agrarminister, die Quote um 1% anzuheben und die Quotenregelung 2015 abzuschaffen, schwächt die Position der bäuerlichen Milchviehhalter gegenüber der Agrar- und Milchindustrie.Die Verlierer dieser Milchpolitik sind bäuerliche Betriebe, Umwelt und Entwicklungsländer:
· die Landwirte, weil sie keinen fairen Preis für die Milch erhalten
· die Umwelt, weil allein in Deutschland die jährlichen Treibhausgasemissionen um rund eine Million Tonnen CO - das entspricht dem Klimagasausstoß von etwa einer halben Million Autos - ansteigen werden
· die Entwicklungsländer, weil die EU-Exportsubventionen die dortigen Märkte zerstören.Fatal ist es, wenn unser Landwirtschaftsminister empfiehlt, sich für den Weltmarkt fit zu machen. Eines verschweigt die CDU und FDP, Wettbewerbsfähigkeit im globalen Milchmarkt heißt den Milchpreis noch weiter abzusenken. Den damit verbundenen „Strukturwandel“, oder anders ausgedrückt „Bauernsterben“, nehmen CDU und FDP billigend in Kauf, so der Pressesprecher der Grünen Alexander Schoch.
Für uns Verbraucher, so Alexander Schoch weiter, muss jedoch auch klar sein, dass wir uns auch an die eigene Nase fassen müssen. Arbeitsplätze mit fairer Bezahlung werden vernichtet, wenn wir nur Billigprodukte einkaufen. Gute Milchprodukte, am besten in Bio-Qualität, sichern am ehesten faire Preise, Umweltstandards, verknüpfen also Ökonomie und Ökologie. Landwirte produzieren LEBENS-Mittel. Diese sind LEBENS- notwendig für uns.