Badische Zeitung vom Freitag, 28. März 2008

"Die Stadtwerke sollten genauer hinschauen"

Grüne: "Etikettenschwindel"

WALDKIRCH. […] "Wir sehen im Wechsel von vielen Waldkircher Bürgern zu einem Ökostrom-Anbieter einen Beitrag zum aktiven Klimaschutz", so Bündnis90/Die Grünen. Der Ortsverband kritisiert die SPD, "die mit ihrer Stellungnahme den Etikettenschwindel mit norwegischem Wasserstrom als Ökostrom unterstützt. Ökologie und Ökonomie sind für die SPD anscheinend immer noch Gegensätze".

Der Ortsverband begrüßt die Entscheidung vieler Waldkircher, die von ihrem Sonderkündigungsrecht zum Wechsel zu einem Ökostromanbieter Gebrauch gemacht haben. Die Grünen weiter: "Leider haben die Stadtwerke die Zeichen der Zeit nicht erkannt und keine Sensibilität für Kunden, die mehr für den Klimaschutz tun wollen". Immer mehr Menschen legten Wert darauf, dass Strom auf möglichst saubere Weise produziert werde: "Ökostrom erfüllt genau diese Anforderungen."

Der Sprecher des Ortsverbandes, Alexander Schoch, ein "Gründungsvater" der Stadtwerke, "sieht sehr wohl, dass in den letzten Jahren einiges in Waldkirch hinsichtlich Erzeugung regenerativer Energien passiert ist, jedoch sich noch sehr viel bewegen muss, um vom Atomstrom wegzukommen. Leider waren die Stadtwerke nicht zum Kauf von Ökostrom zu bewegen - stattdessen versuchte man den Bürgern norwegischen Wasserkraftstrom als Ökostrom schmackhaft zu machen. Diesen Etikettenschwindel hat die Bürgerinitiative Energiewende aufgedeckt."

Und weiter: "Wer klimabewusst Strom kaufen will, sollte genauer hinschauen, als die Stadtwerke dies getan haben". Für den Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen "muss kommunale Energiepolitik einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Viele Bürger hatten bisher begrüßt, dass es ein Ökostromangebot der Stadtwerke gab - das jetzt leider aufgegeben wurde". Dies liege, so Alex Schoch, "auch an der kaum vorhandenen politischen Kontrolle der Stadtwerke. Leider sind im Aufsichtsrat die Gemeinderatsfraktionen nicht vertreten".

Der Ortsverband der Grünen erwartet von den Stadtwerken: 1. Ein Ökostrom- Angebot (das eines der beiden Label für Ökostrom hat), 2. Dass die Stadtwerke auf 100 Prozent Ökostrom umstellen, wie dies bereits viele Kommunen gemacht haben. Denn, so schließt die Pressemitteilung: "Lippenbekenntnisse zum Ökostrom reichen nicht."


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