Pressemitteilung vom Freitag, 15. Februar 2008
Der Kreisverband der Grünen warnt vor Pflegekollaps...
...und zeigt sich solidarisch mit den Warnstreikaktionen der Gewerkschaft ver.di
Jetzt reicht`s, so der Pressesprecher der Kreisgrünen Alexander Schoch! Als Kommunal-politiker sind wir im Landkreis Emmendingen auch als Träger des Kreiskrankenhauses und des Kreisseniorenzentrums gefordert, gegen die inzwischen unzumutbaren Arbeits-bedingungen und einen drohenden Pflegekollaps zu protestieren und aktiv zu werden. An die Adresse der Landes- und Bundespolitik gerichtet fordern die Grünen endlich aus der Lethargie des "Nichtstuns" heraus zu kommen.
Geradezu unmoralisch, so Schoch weiter, muss den Beschäftigten in der Pflege in diesem Zusammenhang das Angebot der öffentlichen Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde vorkommen. Zur Motivation und Qualifikation der Beschäftigten in der Pflege gehört auch eine gute Bezahlung. Darum finden auch die Warnstreikaktionen im Krankenhaus unsere volle Solidarität.
Wir alle, so Alexander Schoch, sind aufgefordert die Bundesregierung zum Handeln zu bewegen gegen die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der deutschen Pflege und für eine Verbesserung der Betreuungssituation von pflegebedürftigen Menschen.
"Wenn sich an den herrschenden Rahmenbedingungen in den Pflegeberufen nicht bald etwas ändert, steuert Deutschland geradewegs in den Pflegekollaps."
"Pflegekräfte in Krankenhäusern, stationärer Altenhilfe und ambulanter Pflege müssen zu viele Patienten gleichzeitig versorgen. Hohe Risiken für Patienten und Bewohner, Versorgungsdefizite und fehlende Zeit für Zuwendung sind die Folgen. Diejenigen, die Kranke und Hilfebedürftige pflegen sollen, werden selbst krank durch ständige Überlastung. Befristete Arbeitsverträge, schlechte Bezahlung und mangelnde Anerkennung demotivieren zusätzlich und lassen die Pflege zu einer der unattraktivsten Branchen für Schulabgänger werden. Für die künftige Gesundheitsversorgung der deutschen Bevölkerung ist dies ein Alarmsignal. Die Ursache der Krise liegt in einem jahrelangen Arbeitsplatzabbau bei wachsenden Patientenzahlen und einem Anstieg pflegeintensiver Erkrankungen", so Alexander Schoch.