Pressemitteilung vom Freitag, 2. Mai 2008
Renate Künast fordert regionale Erzeugungs- und Vermarktungsstrukturen als Chance für die Breisgauer Landwirte
Renate Künast besuchte den Kreisverband Emmendingen und wurde auf dem Biolandhof Höfflin in Denzlingen begrüßt. Landwirte aus dem ganzen Kreis Emmendingen sowie der Vorsitzende des BLHV Kurt Stöcklin, der Denzlinger Bürgermeister Dr. Fischer waren der Einladung auf den Südhof gefolgt. Christoph Höfflin und Stephanie Magens-Höfflin stellten den Hof vor, lobten die Agrarpolitik von Renate Künast während der Rot Grünen Regierung und zeigte die Problemfelder der hiesigen Bauern auf.
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BILD: v. l. Renate Hund, Alexander Schoch, Renate Künast, Nik Wernet, Alexander Bonde ( MdB), Silke Höfflin
Renate Künast warb für eine andere Strategie in der Agrarpolitik. Die Voraussetzungen dafür, jetzt Änderungen der Agrarpolitik einzuleiten, sind gegeben. Verschiedene Organisationen der Zivilgesellschaft und die Kommission haben mit ihren Transparenzinitiativen dafür gesorgt, dass die Zahlungen an landwirtschaftliche Betriebe nun für eine breite Öffentlichkeit einsehbar sind und zum Teil stark in der Kritik stehen. Damit wurde öffentlich, dass immer noch 1% der Betriebe mehr als 30% der Mittel erhalten.
Das sollte ein Antrieb sein, so Künast, die Vergabekriterien für Agrargelder jetzt von Grund auf zu verändern. Die Vergabe der Mittel darf nicht mehr an historische Gegebenheiten oder den Landbesitz geknüpft, sondern muss daran ausgerichtet werden, wie viele Menschen in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und bezahlt werden und wie umwelt-, natur- und tierfreundlich auf diesem Betrieb gearbeitet wird. Der nur in einer Fußnote formulierte Vorstoß der Kommission, die Beihilfen für Grossbetriebe zu kappen, geht in die richtige Richtung, so Künast. Den größeren Betrieben soll damit ein Teil der Gelder gekürzt werden, diese würden dann in die ländliche Entwicklung fließen. Dabei bleiben die kleineren Betriebe verschont, die im Durchschnitt mehr Arbeitsplätze bieten und naturnäher wirtschaften. Doch dieser Vorschlag greift noch kurz. Da sich jetzt die Öffentlichkeit für die Agrargelder interessiert, muss die Chance ergriffen werden, eine Landwirtschaft zu fördern, die die Gesellschaft will. Wenn man auf Druck der Agrarlobby dieser Debatte aus dem Weg geht, besteht die Gefahr, dass in der nächsten Agrarreform die Gelder linear gekürzt werden. Und das würde dann vor allem zu Lasten der Betriebe gehen, die mit hohem Arbeitskräftebesatz bäuerlich arbeiten. Die stark rationalisierten, agro-industriellen Betriebe und Tiermastfabriken trifft eine lineare Kürzung im Verhältnis weniger. Denn diese arbeiten schon jetzt darauf hin, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein, im Zweifel ohne große Rücksicht auf Umwelteffekte und darauf, welche Form der Landwirtschaft von der Gesellschaft gewünscht wird. Die Förderung regionaler Erzeugungsstrukturen und Vermarktungsstrukturen wird durch die EU auf Initiative der Grünen jetzt besonders gefördert. Dies ist eine Chance für die hiesige Landwirtschaft so Künast. Hier gilt es nun regionale Konzepte zu entwickeln auf Landkreisebene oder über mehrere Landkreise hinweg. Der Kreisvorsitzende Alexander Schoch dankte Renate Künast mit einer Flasche biologischen Wein aus der Region und forderte eine Initiative zur Erstellung eines Konzeptes für ein Markenzeichen der regionalen Erzeugung und Vermarktung auf Landkreisebene.