25 Jahre GRÜNE im Landkreis Emmendingen

Gründungsversammlung im Grünen Baum in Emmendingen am 4. Dezember 1979

Noch vor Gründung der Bundespartei am 13.Januar 80 in Karlsruhe

>>>zum Jubiläums-Bericht der BZ...

>>>über das Jubiläums-Fest im Schlosskeller (ET-Bericht)...

>>>und hier der Schlosskeller-Artikel der BZ...

Gründungsmitglieder:
Joachim Amann ...im BZ-Interview 25 Jahre danach....
Otto Bury ..."Die Schöpfung bewahren"...
Martin Gruber ...BZ-Bericht über den Denzlinger Ur-Grünen...
Dieter Hildebrand, Walter Sexauer, Walter Striegel, Rudolf Schörnich und andere.

Klaus Pleuler, Werner Witt, Ulrike Stutzmann kamen schon bald hinzu.

Zu Beginn war es ein kleiner Kreis. Der Ausgangspunkt bildete die Auseinandersetzung um die Verhinderung des AKW in Wyhl. Mitgliedergewinnung war schwierig, weil sich fast keiner von einer Partei vereinnahmen lassen wollte. Die Vorbereitung auf und die Kommunalwahl 1984 selber war ein wichtiger Motor für die Parteientwicklung, da mit der Kandidatensuche auch viele aktiver mitarbeiten wollten. Es gab Veranstaltungen wie z.B. ein Friedensfest im Oktober 1983 in Emmendingen. Wichtige Themen waren: der Widerstand gegen den Ausbau der L113 um Sasbach, der kommunale Flächenverbrauch, die Auseinandersetzung um den geplanten Bau der K 5102 und die Umfahrung von Wasser.

1. Erste Kreisräte 1984: Otto Bury, Martin Gruber, Oskar Kreuz, Michael Sellner, Walter Sexauer.

2. Erste Gemeinderäte
Denzlingen: Martin Gruber schon ab 1980
Gemeinderäte 1984
Denzlingen : Martin Gruber, Conny Günter (Fehr), Christoph Höfflin, Rolf Willmund, Themen: Tempo 30 Ortsumgehung, Wasser, Radwege atomwaffenfreie Zone wegen Munitionsdepot im Wassermer Wald
Emmendingen: Hannerose Amann, Ulf Fiedler, Oskar Kreuz erste Themen in Emmendingen: u. a. Umfahrung von Wasser; die geplante K 5102
Teningen: Klaus Pleuler, Friedrich Engler Themen Antrag auf Citybus, Kompostieranlage 1986 Haushaltsantrag der Grünen zu Fußgängerbrücke über Elz nach Emmendingen. Wurde damals mehrheitlich abgelehnt. Heute ist sie fertiggestellt.
Kenzingen: Stefan Bilharz als Mitglied der Grünen auf der Liste der ABL
Sasbach: Otto Bury
Waldkirch: (Die Offene Liste) Alex Schoch, Ulli Schätzle erste Themen: Netzrückkauf des Stromnetzes, Kreisverkehre, Kandelsperrung wegen Waldsterben

3. Landtagskandidaten: 1980 Hans Dieter Stürmer, 84/88 Oskar Kreuz; 92/96 Alex Schoch, 2001 Stefan Bilharz

4. Bundestagskandidaten 1982 Frau Christa Rees aus Offenburg (Whyl), 1986-1990 Luise Teubner, MdB, 1994 Gritt Mossmann, 1998 Jürgen Grässlin, 2002 Alex Bonde MdB
Bundestagsabgeordnete : 86-90 Luise Teubner, seit 2002 Alex Bonde

5. Namensergänzung Grüne --> Bündnis 90/Die Grünen
Es gab damals auch vom Kreisverband Kontakte zu den neuen Bundesländern nach Apolda. Der Namenswechsel wurde als symbolische Geste gesehen.

6. Vorstand: es gab formal am Anfang einen 1. Vorsitzenden. Die Vorsitzenden rotierten am Anfang, ansonsten arbeiteten immer mehrere Leute im Team zusammen. Zeitweise wurde die meiste politische Arbeit in den Ortsverbänden in Waldkirch/Elztal, Denzlingen, Emmendingen geleistet.

7. Geschäftsstelle: von 1986 - 1990 wurde die Geschäftstelle von Axel Mayer mitbetreut seit April 2003 ist Marco Dieterle Kreisgeschäftsführer. Ansonsten wurde sie von den jeweiligen Vorständen ehrenamtlich geführt.

8. Zum inhaltlichen Erbgut gehören: Widerstand gegen Kernkraftwerke in der Region (Wyhl), Friedensbewegung, Protest gegen Rheinverschmutzung, gegen Wohnraumvernichtung, Erfahrungen aus der 68er Zeit- Studenten- und Schülerunruhen, Radikalenerlass, Gewaltmonopol des Staates, Amnesty International, Selbstverwaltungsprojekte als Jugendzentrum, Wohnanlage oder Betrieb.

Gründe und Themen von damals: Umweltthemen: Waldsterben, Energiepolitik (Atomkraft-Ausbeutung der Erde), Straßenbau als Vernichtung von Lebensraum (Vernichtung von Streuobstwiesen) Friedensbewegung: Rüstungswettlauf im Kalten Krieg, Erarbeitung pazifistischer Grundprinzipien Frauenbewegung: § 218, Gleichberechtigung in Beruf und Politik, Sexuelle Befreiung, staatliche Kinderbetreuung Soziale Gerechtigkeit; Benachteiligung und Ausbeutung der 3. Welt

Ziele der Partei: " ökologisch, sozial, basisdemokratisch, gewaltfrei" Mitgestalten, kritisch Verantwortung übernehmen als Lehre aus dem Verhalten der Elterngeneration im 3. Reich (wir haben die Erde nur geborgt.. Und keine 2. im Kofferraum) Neuer Politikansatz über Einbringen von mehr Basisdemokratie, Aufbrechen von Verfilzung und Interessenklüngel, neue Politikstile (Rotationsprinzip, Frauenquote, Bürgerbeteiligung.)

Der Weg in die Parlamente: Ab 84 erfolgreiches Aufstellen von grünen und grünnahen Listen für Gemeinderäte in Emmendingen, Denzlingen, Waldkirch, Sasbach, Kenzingen, Rheinhausen, Herbolzheim, Kreistag, Landtag, Bundestag. Aktives Einbringen grüner Themen in die Wahlkämpfe Grüne Bundestagsmandate für den Wahlkreis Emmendingen gab es 86-90 (Luise Teubner) und ab 2002 (Alex Bonde)

Themen von damals Waldsterben, Energie (Wasserkraft-Netzrückkauf, Energiesparen), Umweltschutz (Biotopvernetzung, Müllvermeidung), Vermeidung von Straßenbau, Verkehrsberuhigung, Radwege, Kinderbetreuung, Frauenbeauftragte, Ökolandwirtschaft, Migranten, Asylfragen

Themen von heute Nachhaltige Energie- und Wirtschaftspolitik, Eine Welt-Denken, Auswirkung der Globalisierung, soziale Gerechtigkeit, Bildung, Friedenspolitik, Europapolitik, Beseitigung von Diskriminierung

Auch das gab es: Auseinandersetzungen zwischen Fundis und Realos, Zwischen linker und ökologischer Ausrichtung grüner Politik Konflikte über Pazifismus und Bundeswehreinsätze im Kosovo und Afghanistan, weswegen auch im Kreisverband Emmendingen viele Mitglieder die Partei verließen.

Viele grüne Ideen sind inzwischen gesellschaftliches Allgemeingut, aber sie haben an Strahlkraft verloren. Es gibt Stimmen, die sagen, dass die Ideen des Pazifismus nicht umgesetzt, der Atomausstieg nicht geschafft, soziale Gerechtigkeit durch z. B. Hartz IV gefährdet sei, grüne Politiker an ihren Ämtern kleben wie andere auch! Aber in den Wahlen haben die Grünen im Kreis Emmendingen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen auf bis zu 23 % bei den letzten Europawahlen.

>>>zu den bündnisgrünen Ergebnissen bei den Europawahlen 2004....

>>>..... bei den Kommunalwahlen 2004....

>>>..... bei den Bundestagswahlen 2005....

>>>..... bei den Landtagswahlen 2006....

>>>.....bei den Europawahlen 2009....

>>>..... bei den Kommunalwahlen 2009....

>>>..... bei den Bundestagswahlen 2009....

Die Grünen sind keine Exoten mehr, denen man Räume verweigert, sondern anerkannte Akteure des politischen Geschehens, deren Meinung gehört, deren Vorschläge mehrheitsfähig geworden sind.

Emmendingen 13.3.05
Alfons Woestmann, Nikolaus Wernet, für den Vorstand



ARCHIV