Pressemitteilung vom Montag, 21. Januar 2008
Gegen neue Stammzellenlinien – aus Überzeugung
Grüner Bundestagsabgeordneter Alexander Bonde zum Streit über eine neue Regelung
Gemeinsam mit anderen Bundestagsabgeordneten will Alexander Bonde (Bündnis 90 / Die Grünen) den Import neuer embryonaler Stammzellen nicht zulassen und den Stichtag im Stammzellgesetz beibehalten. Dieser interfraktionelle Antrag war erarbeitet worden als Reaktion auf den CDU-Parteitagsbeschluß vom Dezember unter Federführung der Forschungsministerin Schavan, die fordert, die bisherige Rechtslage zu lockern.
Bonde: „Ich bin aus ethischen und forschungspolitischen Gründen gegen eine Verschiebung des Stichtages im Stammzellgesetz. Ethisch geht es für mich um die Frage: Darf man menschliche Zellen fürs Labor herstellen? Auch die Forschung kann dies nicht hinreichend begründen: Anfängliche Hoffnungen in die embryonale Stammzellenforschung haben sich auch nach über neun Jahren weltweiter Forschung nicht bewahrheitet. Es ist nicht ansatzweise eine therapeutische Nutzbarkeit embryonaler Stammzellen erkennbar. Eine Lockerung ist nicht notwendig, denn zum einen können Forscherinnen und Forscher mit den bisher in Deutschland zugelassenen embryonalen Stammzelllinien ausreichend Grundlagenforschung betreiben - zum anderen ist die adulte Stammzellforschung in Hinblick auf ihre therapeutische Anwendung ohnehin erfolgreicher und sollte wesentlich stärker gefördert werden. Wer den Stichtag verschieben will, sollte sich darüber klar sein, dass als nächster Schritt die Diskussion um Herstellung von embryonalen Stammzelllinien in Deutschland beginnen und damit der Angriff auf das Embryonenschutzgesetz gestartet wird.
Ich fühle mich zwar bestätigt von der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage, nach der eine klare Mehrheit der Deutschen die Forschung mit embryonalen Stammzellen ablehnt, doch in solch einer ethischen Frage geht es um die persönliche Überzeugung und nicht um das Schielen auf Mehrheiten.“