Pressemitteilung vom Freitag, 25. Juli 2008

Wasserkraft im Energiemix ein wichtiges Mosaikteil zum Atomausstieg

Der Kreisverband von Bündnis 90 /Die Grünen besichtigte die neue Wasserkraftanlage der EEE GmbH

Oskar Kreuz begrüßte die Gäste des Kreisverbandes der Grünen und erläuterte die neue Wasserkraftschnecke. Als Archimedische Schnecke ist die Wasserförderschnecke seit dem Altertum bekannt. In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts fast vergessen, erlebte sie danach eine stürmische Renaissance durch ihre Anwendung in der Wassertechnik. Neu ist die patentierte Anwendung, aus der Schneckentrogpumpe des Archimedes durch energetische Umkehrung ihrer Arbeitsweise eine Kraftmaschine zur Energiegewinnung zu machen. Mit dieser neuen Produktanwendung der Wasserkraftschnecke gesellt sich ein neuer Typ zu den klassischen Wasserkraftmaschinen, den Wasserrädern und Turbinen. Die ausgezeichnete Eigenschaft der Wasserkraftschnecke ist die minimale Umgebungs-störung, die Umweltfreundlichkeit und die lange Lebensdauer. Bei Schluckvermögen von 0,1 bis zu 5,5 m³/s und einer Fallhöhe von bis zu 10 m ermöglicht sie die Nutzung von Wasserkräften, für die Turbinen aus Kostengründen ausscheiden.

Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage bedeutet nicht nur, dass die Wasserkraftanlage alleine gute Wirkungsgrade aufweist. Wirtschaftlichkeit bedeutet vor allem, dass die Gesamtanlage unter Berücksichtigung der Investitionskosten, des Jahresertrages und der notwendigen Wartungsarbeiten eine entsprechend hohe Rentabilität bzw. kurze Amortisationszeit aufweist.Wasserkraftschneckenanlagen zeichnen sich durch Einfachheit und Robustheit aus, ohne jedoch auf die guten Wirkungsgrade und somit auf einen hohen Jahresertrag verzichten zu müssen. Wasserkraftschnecken benötigen, im Vergleich zu Turbinen, keinen großen Aufwand an Hoch-und Tiefbauarbeiten. Der Einbau von Wasserkraftschnecken bedingt einen minimalen Eingriff in die Landschaftsgegebenheiten und ist somit ökologisch verträglich. Alles in allem und unter Betrachtung des Zusammenspieles von Wirkungsgrad, Gesamt-Investitionsvolumen, Jahresertrag, Wartungsaufwand und daraus resultierender Amortisationszeit der Wasserkraftanlage, stellt somit die Wasserkraftschnecke im Rahmen der Energiegewinnung eine preisgünstige Ergänzung zu den auf dem Markt verfügbaren Turbinen und Wasserrädern dar.

Auch das Thema „Wasserkraftnutzung und Fischwanderung“ wurde vom Kreisverband aufgegriffen. Stau-und Turbinenanlagen bedeuten nicht nur für aufsteigende Fische, sondern auch für abwandernde Fische ein großes Hindernis bzw. stellen ein erhebliches Gefahrenpotential dar. Aus diesem Grund werden an solchen Anlagen Fischtreppen eingerichtet. Die Wasserkraftschnecke weist eine hohe Fischverträglichkeit auf und ist für den Fischabstieg gut geeignet. Trotzdem werden auch an diesen Anlagen Fischtreppen erstellt, um dadurch einen Beitrag zur Erhalt bzw zur Ansiedlung der Wanderfischarten zu gewährleisten.

Renate Hund, als Mitglied vom Kreisvorstand, dankte zum Abschluss der Veranstaltung Oskar Kreuz für die interessante Führung und unterstrich die Position des Kreisverbandes. Wasserkraft ist im Energiemix ein wichtiges Mosaikteil zum Atomausstieg.


Zum Archiv.